Hilfe, mein Kind leidet

Was kann ich tun, wenn andere Eltern ihre Kinder nicht im Griff haben

 

Erziehe dein Kind schon in jungen Jahren – es wird die Erziehung nicht vergessen, auch wenn es älter wird.

König Salomo

Irgendwann zwischen anderthalb und zwei Jahren ist ein Kind in der Lage zu verstehen ob es ein Fehlverhalten begangen hat oder nicht. Es ist eine Verlockung Unruhe auszulösen und auszuloten wie die Eltern, die Geschwister oder die Erzieherin darauf reagieren.

Macht, Aggression auszuüben, alles vor dem Hintergrund ganz genau zu wissen was man da tut, ist für jedes Kind, vor allem aber für die Eltern eine Bewährungsprobe der besonderen Art. Hier greift entweder die frühe Erziehung oder eben nicht.

Was ist also zu tun, wenn sie nicht greift.

Ein unbequemer Geist

Oftmals ist es abnorm mit ansehen zu müssen wie es auf einem Kinderspielplatz zugeht. Immer noch gilt hier das Gesetz des Stärkeren. Meine Schaukel, mein Sandkasten, mein Spielzeug. Wenn das eigene Kind, das selbstverständlich die gleichen Rechte genießt wie dieser unbequeme Geist der alles an sich reißt, leidet und sich nicht zu wehren weiß, dann sollte man ein Gespräch mit der Erziehungsberechtigten suchen.

Nicht selten werden diese Gespräche kombiniert mit verbalen Gesten, Ausdrücken die eigentlich nicht auf einen Spielplatz gehören. Nervenaufreibend ist dies, wenn der kleine unbequeme Geist eine uneinsichtige Aufsichtsperson bei sich hat, die nur ihrem eigenen Kind Recht gibt. Schreikinder können einem ebenfalls das Leben zur Hölle machen, und wenn darunter das eigene Kind leidet, indem es sich die Ohren zuhält, dann heißt es einzugreifen. Stets sollte man versuchen den guten Ton zu treffen oder beispielsweise das Kind bitten, sich bei dem eigenen Kind zu entschuldigen. Nicht immer gelingt dies, ist die Mutter und der Vater des unbequemen Geistes uneinsichtig.

Nie das Gesicht verlieren

Unterschiedliche Gründe sprechen oftmals gegen Elternpaare die sich scheuen, ihre Kinder schon im Babyalter zu erziehen, doch dies hat oftmals unterschiedliche Gründe und kann nicht einfach so wegdiskutiert werden.

Oftmals spielt die eigene Kindheit eine Rolle, dann wiederum schämt die Mutter sich wenn ihr Kind lange und ausdauernd schreit. Sie verliert ungern ihr Gesicht, also lässt sie das Kind weiterschreien. So klein wie das Kind ist, es hat bereits seine Macht ausgelotet. Es wäre ein Wunder würde die Mutter die Schreiattacken ihres Kindes in den Griff bekommen. Kinder unter sich lösen Probleme oftmals auf ihre ganz eigene subtile Art und Weise.

Grenzen werden ausgelotet, anerkannt und der schwächere Part geht. Leidet aber das eigene Kind unter Kindern, die ihre Grenzen nicht kennen, muss eingegriffen werden. Ein Zeitungsartikel besagte, dass ein zweijähriges Kind mit vollem Körpereinsatz ein anderes, ihm fremdes Kind eine Gabel an den Kopf geworfen hat. Nur Millimeter fehlten, und das Auge des anderen Kindes wäre in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Mutter korrigierte zwar das Verhalten des Kindes, doch hier ging es um viel mehr. Durch die Angst der Mutter ihr Gesicht zu verlieren konnte das Kind in der Öffentlichkeit seine Macht ausloten. Diese Mutter hatte nie zuvor ihr Kind in der Öffentlichkeit korrigiert, es sollte das erste Mal sein.

Ungezogenheit und kindliches Verhalten unterscheiden lernen

Kinder tun oftmals  Dinge die uns missfallen und die anderen Kindern weh tun. Sie bewerfen sich mit Dreck, sie sind ungezogen, und auch wenn das eigene Kind zu uns kommt und quengelt steht eine Frage im Raum: Muss ich darauf eigentlich reagieren? Kann ich nicht erst mal zusehen was passiert?

Diese kindlichen Verhaltensweisen kommen nicht von ungefähr. Haben die Eltern ihre Kinder nicht im Griff wird oftmals der Mantel des Schweigens darüber gelegt. Entweder ist dann das Kind hyperaktiv oder ein bisschen aggressiver als andere Kinder, die üblichen Rangeleien eben. Sich einzugestehen dass man vielleicht selbst der Verursacher des Problems ist wird kategorisch ausgeschlossen.

Wie soll ein Kind dann aber lernen wo Ungezogenheit beginnt und frühkindliches Verhalten aufhört? Ungezogenheit liegt immer dann vor, wenn die Autorität der Eltern untergraben wird, dem kleinen Bruder vielleicht mal eben auf den Kopf gehauen oder in den Arm gekniffen wird. Schlägt das Kind dann auch noch um sich oder landet der Babybrei schon mal an der Tapete liegt mit Sicherheit ein Autoritätsproblem vor.

Normales kindliches Verhalten äußert sich in einem Austesten der ganz persönlichen Wertvorstellungen, kommt das Kind damit nicht durch, wird es von allein aufgeben, sprich, sich den Erziehungsberechtigten beugen. Sofern die Erziehungsberechtigten ihren Kindern nicht bedeuten wo die Grenzen liegen, kann das Kind nicht begreifen warum es einmal gelobt wird und dann wieder verbal attackiert wird, weil es wieder einmal nicht hören konnte.

Eine rote Linie zu ziehen welche dem Kind aufzeigt, wo die Grenze seines Tuns liegt, wo seine persönliche Grenze angesetzt ist, ist Aufgabe der Eltern. Für Perfektionisten isst hier keine Zeit – Mut zum Handeln ist gefragt, denn sonst erschöpft uns das Kind jeden Tag aufs Neue.

Kindgerechte Anweisungen erteilen

Die Anforderungen welche an unsere Kinder herangetragen werden, werden immer komplexer. Deshalb ist es von hoher Priorität kindgerechte Anweisungen zu erteilen.

Ein Kind versteht oftmals nur ein „Nein“ oder ein „Ja“ und nicht „Ich wünsche das nicht, etc.“. Es muss erst unterscheiden lernen, was falsch ist und was richtig. Die Erziehungsberechtigten selbst haben es in der Hand die Kindererziehung so humanitär wie nur möglich zu gestalten, aber auch so, dass kein fremdes Kind unter dem nervigen Zickenkrieg leidet. Immer vorausgesetzt, dass es eine Selbstverständlichkeit darstellen sollte, kindgerecht zu handeln und auch einmal die Welt aus Kinderaugen zu betrachten, was ist so schwer daran ein Kind zu erziehen? Sich auf ein Kind einzulassen, mit ihm zu spielen, es Kind sein lassen auch einmal stehen zu lassen wenn es seinen „Bock“ ausleben muss – auch das ist Liebe am eigenen Kind. Je entspannter wir damit umgehen desto entspannter wird auch das Kind sein.

Mit Wutanfällen richtig umgehen

Nicht wenige Eltern fürchten sich vor dem nächsten gravierenden Wutanfall ihres Kindes. Oftmals machtlos irgendetwas dagegen zu tun. Darunter leiden wiederum andere, folgende Szene wird vertraut sein: Ein Einkaufswagen wird durch die Regalvielfalt des Supermarktes geschoben, das Kind hat sich bequem in dem Einkaufswagen niedergelassen, es folgt das Unausweichliche. Es wird hier angefasst, dort angefasst und die Mutter ist bereits genervt. Man nähert sich dem Kassenbereich und das Kind hat Kaugummi und viele andere Dinge eingepackt. Als die Mutter sie entwenden will, beginnt das Kind laut zu schreien und wirft mit den Dingen die es greifen kann, um sich. Ein Horrorszenario das wohl alle Eltern schon einmal getroffen hat. Hier gilt es Ruhe zu bewahren und das Kind nicht anzuschreien. Die Blicke der Supermarktbesucher vor Augen sollte man nicht den Fehler begehen jetzt auszuticken, dann wäre der Tumult perfekt. Ignoriert man aber zynische Kommentare von Leuten, geht es oftmals besser als das man denkt. Es ist ein Lernprozeß dem sowohl das Kind als auch die Eltern unterliegen.

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