Der siebte Sonntag im August - Unterhaltsame Ferienlektüre


Der 19. August ist der letzte Tag der Sommerferien. Am Morgen dieses Tages liegt die elfjährige Freddy im Bett und wünscht sich, dass die Ferien nie zu Ende gehen würden. Was prompt passiert, aber ganz und gar nicht lustig ist, denn fortan steckt sie in einer Zeitschleife fest! Während Freddy weder aus noch ein weiß, scheint für ihre Familie – das sind ihre heftig pubertierende, vier Jahre ältere Schwester Mia, ihre Eltern und ihre Oma – alles so normal wie immer zu sein. Kein sich stets wiederholender Sonntag zerrt an deren Nerven!

Was soll sie nur tun? Sie entscheidet sich für das einzige, was ihr in dieser Situation sinnvoll erscheint: Sie versucht Einfluss auf die all’ die großen und kleinen Desaster zu nehmen, die sich - wie sie nun weiß - im Laufe des Tages ereignen werden. Was aber vergebliche Liebesmühe ist! Leider. Mia nervt wie alle Tage und auch Papas Wachtelbratversuche scheitern trotz aller Bemühungen. Dabei würde Freddy statt Wachteln sowieso viel lieber Pizza essen! Bis Freddy den Mut aufbringt, das auszusprechen und – bar jeder Sorge, denn morgen weiß ja sowieso keiner mehr, was sie heute gesagt oder getan hat – zu handeln, erlebt sie noch manche Laune der Natur oder besser gesagt, ihrer lieben Mitmenschen.


Wer sich beim Lesen an die Filmkomödie ‚Und täglich grüßt das Murmeltier’ erinnert fühlt, irrt nicht. Im Gegenteil. Gekonnt greift Autorin Sabine Ludwig das Filmthema auf und lässt Freddy darüber nachsinnen, ob es ihr wie dem Filmprotagonisten ergehe. Darüber hinaus nutzt Sabine Neuffer aber das Motto der Zeitschleife dazu, Freddy in einer Art innerer Reifungsprozess erkennen zu lassen, was sie wirklich von den Beziehungen zu ihren Eltern, ihrer Schwester, aber auch von ihrer Freundin erwartet. Sonntag für Sonntag findet Freddy so mehr zu sich selbst, nicht zuletzt auch durch die Besuche bei ihrer Oma im Altersheim. Das und noch viel mehr erzählt Sabine Ludwig keinesfalls belehrend, sondern aus Freddys Perspektive so glaubhaft und mit Sinn für Situationskomik, dass die inmitten des ganzen Beziehungsgeflechts und Chaos zur wahren Seelenverwandten der jungen Leserinnen wird!
Sabine Ludwig, Der 7. Sonntag im August, ab 10, 218 S., Dressler, 2008, € 13,90